Einen Spinner als 3D Druck zu machen, war eigentlich nicht gleich das erste, das mir in den Sinn kam.
Damals hatte ich ja eine Spinnerform erstellt, die optimal fuer den Go One IV konstruiert wurde. Der Übergang zum Rumpf war hierzu sehr gut passend. Der Spinner hatte auch ein Kühlöffnung in der Mitte, die zugleich zum Ausrichten des Spinners zum gewickelten Mittelstück während des Verklebens genutzt wurde.
Fuer die Avionik Rümpfe, passt dieser Spinner zwar mit 32mm Durchmesser genauso, der Uebergang zum Rumpf oder der Uebergangswinkel des Spinners ist aber hier nicht so schön.
Wer einen Sergey Prop hat, sieht, dass diese Spinner sehr schön zu den Avionik Rümpfen passen und optisch auch sehr klein aussehen, was mir persönlich auch am besten gefällt. Diese haben auch kein Kühlloch.
Ein Kühlloch im Spinner wird auch nicht benötigt. Der Motorspannt ist sowieso geschlossen. Ebenso hab ich auch generell keine Kühlöffnungen mehr.
Da ich 2 Paar Sergey Blätter übrig hatte und 2 selbstgewickelte Mittelstücke von damals ebenso, dachte ich mir, zum ausprobieren einen neuen Spinner zu konstruieren.
Weil es ja am besten ist, wenn man dann den Spinner auch gleichmal in der Hand hat und probieren kann, ob die Konstruktion auch wirklich so ist, wie man es sich vorgestellt hatte, druckt man ihn einfach...
Wäre bloed, man fraesst einen Spinner und stellt hinterher fest, dass anders doch besser gewesen wäre.
Aber erstmal konstruieren. Dauert ein bisschen bis man eine schöne Form hinbekommt, die auch ausreichend Platz fuer das Mittelstück bietet.

Hier mal ein Bild zum Vergleich mein alter Carbonspinner mit Kühlloch und die neue Grundform..
Die alten Carbonspinner sind super stabil und ich hatte nie einen Spinner oder Spinnerkappe demoliert. Spricht also fuer Carbon...

Waehrend des konstruierens überlegte ich mir dann auch, warum eigentlich eine Form fräsen? Warum nicht gleich einfach den Spinner drucken und so verwenden.
Also Spinner mit Aussparungen fuer das Mittelstück konstruiert. Dieser hat auch gleich einen Boden in der unteren Haelfte. Weil man so ja nicht das Mittelstueck montieren kann muss noch die richtige Trennstelle eingebracht werden.
Beides dann mal gedruckt. 2.3g ist auch gut. Ein Carbonspinner wiegt auch ca. 1.8g zumindest bei meinen alten. Der neue Spinner hat aber auch einen Abschlussboden.
Ohne Abschlussboden wäre der untere Teils sehr labil, da ja der Spinner getrennt ist. So behält er auch seine runde Form und ist sehr stabil. Ebenso hilft es durch die 6mm Bohrung die Teile zu zentrieren.

Am oberen Teil des Spinners ist auch innen eine Zentrierung eingebracht, die ist ebenfalls zum zentrieren bei der Verklebung.

Probehalber zusammengesteckt....

Aja und gleich mal lackiert....

Was mir wirklich gefällt ist, es braucht keine Nacharbeit oder sonst irgendwelche Anpassungsarbeiten.
Wenn man einen Spinner laminiert, ist man erst mal beschäftigt und muss warten. Dann muss man die Bereiche fuer das Mittelstueck freimachen, also schneiden, fräsen, schleifen....
Hier muss man bis jetzt gar nichts machen. Ausser man will farblich ein schönes Finish, aber lackieren geht schnell und macht zumindest mir Spass.
Einmal konstruiert, macht der Drucker die Arbeit. Bleibt dann nur noch verkleben.
Beim Verkleben kommt mir meine alte Vorrichtung wieder zu Gute...
Untere Hälfte auffädeln und etwas Harzgemisch auftragen.

Gewickeltes Mittelstueck auffädeln und andrücken. Danach etwas Harz in den Kontaktbereichen fuer die obere Spinnerkappe auftragen.
Ich verwende 24h Harz mit etwas Tixotropiermittel und Carbon Schnipsel.

Als letztes die Kappe auffaedeln und einfach andruecken.
Wie man sieht hab ich meinen Spinner 2 farbig, oben schwarz und unten neonorange lackiert.

Spinner fertig. Nach 24h aushärten einfach noch die Löcher bohren fuer die Madenschrauben im Mittelstueck...

Wenn alles ausgehaertet ist, kann man das ganze montieren. In der Hand fühlt sich das ganze sehr stabil an.
Zum drucken wurde PLA und oder PETG verwendet. PETG ist sehr schlagzäh lässt sich aber etwas schwerer drucken.
Auch wenn man es im montierten Zustand nicht sieht, mir gefällt der geschlossene Boden.
Egal...
Der Absatz im Spinner ist fuer den Freigang der Schraubenköpfe am Motorspant. Der Spinner kann dann fast ohne Spalt montiert werden.
Durch die Vorrichtung beim Verkleben gibt es auch einen genauen Rundlauf.

Zweiter Spinner in Arbeit, diesmal in schwarz - weiss...
Also im Prinzip kann man da alle möglichen Farbkombinationen machen... oder auch nicht...Schoenheit liegt im Auge des Betrachters...

Also mir gefaellts. Es muss sich halt jetzt zeigen, ob das ganze auch standhaft ist...

Hier mal der Vergleich zum originalen Sergey Spinner.
Meiner ist 0,5mm höher.. und Durchmesser bei mir ist 32,6mm.

